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  Der Weg eines Schuhkartons
 


Der Weg eines Schuhkartons - als Helfer bei der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton"
 

 

 

Alles begann damit, dass meine Kollegin eines Tages den Flyer der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mit ins Büro brachte. Ich kannte die Aktion schon, da ich vor ein paar Jahren dafür auch einen Karton in der hiesigen Sammelstelle abgegeben hatte. Ich finde die Idee, armen Kindern ein Weihnachtsgeschenk zukommen zu lassen, wirklich toll. Diese Kinder bekommen sonst (fast) keine Geschenke. Den Schuhkarton damals zu packen, hat richtig viel Spaß gemacht. Als ich den Flyer durchlas und vieles entdeckte, das ich schon wusste, sah ich den Hinweis… „oder wünschen Sie Informationen über die Arbeit im Zentrallager…“ Das interessierte mich jetzt genauer. Was hatte es mit dem Zentrallager auf sich? Und konnte man dort vielleicht helfen? Ich schaute im Internet nach und tatsächlich gab es dort eine ganze Seite mit Informationen wie man als Helfer im Zentrallager helfen kann die Päckchen zu packen. Mein Entschluss stand fest: Dieses Jahr möchte ich im Zentrallager helfen und auch sehen, wie der Weg der Päckchen nach der örtlichen Sammelstelle weitergeht.

 

Ich füllte das Anmeldeformular aus und schickte es zu „Geschenke der Hoffnung“. Dies ist die Organisation, die in Deutschland und Österreich die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ betreut. Im englischsprachigen Raum heißt die gleiche Aktion „Operation Christmas Child“ und wird durch die Organisation „Samaritan´s Purse durchgeführt. Die deutsche und die englische Organisation arbeiten zusammen.

 

Das System ist einfach erklärt: Zuerst entscheidet man, ob man für einen Jungen oder ein Mädchen einen Schuhkarton mit Geschenken packen möchte und in welchem Alter das Kind sein soll (2-4 Jahre, 5-9 Jahre oder 10-14 Jahre). Dann schaut man auf einem Flyer der Aktion oder im Internet nach, was zum Hineinpacken erlaubt ist. Nicht alles darf aus zollrechtlichen Gründen mit auf die Reise. Dann geht man einkaufen, beklebt einen Schuhkarton mit Geschenkpapier (Deckel extra bekleben) und packt die ausgesuchten Sachen hinein. Die Kinder (die Empfängerländer befinden sich meist in Osteuropa) freuen sich auch über einen kleinen Weihnachtsgruß vom Schenkenden. Zum Schluss kommt noch ein Aufkleber auf den Deckel auf dem man ankreuzt für welches Geschlecht und Alter man gepackt hat. Dann schaut man nach, wo es eine Sammelstelle gibt und gibt dort den Karton (am besten mit einer Spende in Höhe von 6 Euro für die Transportkosten) dort ab. Von der Sammelstelle aus gehen die Karton dann ins Zentrallager, werden dort nochmals nach nicht erlaubten Geschenken durchgesehen und gehen dann mit LKW auf die Reise in die Empfängerländer.

 

Ich freute mich schon sehr auf die Aufgabe im Zentrallager und hatte mir eigentlich vorgenommen dieses Jahr nur durch meine Tätigkeit als Helfer zu helfen und keinen eigenen Schuhkarton zu packen. Nun ja… natürlich habe ich auch wieder einen eigenen Schuhkarton gepackt und freute mich, ihn persönlich im Zentrallager abzugeben. Ich habe mich entschieden, meinen eigenen Schuhkarton für ein Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren zu packen, da ältere Kinder im Allgemeinen von Privatpersonen beim Packen nicht so stark berücksichtigt werden. Das folgende Bild zeigt meinen Schuhkarton:

 

 

 

Er enthielt u.a.: eine Fleecejacke, Zahnbürste, Zahnpasta, ein Memoryspiel, ein Vokabelheft, Buntstifte, Kugelschreiber Handcreme, Bonbons, ein Schreibset von Justin Bieber, zwei Weihnachtskugeln sowie eine Weihnachtskarte mit persönlichem Gruß von mir. Man glaubt gar nicht, wie viel in einen Schuhkarton passt!


 
Zentrallager Berlin

 

Im Zentrallager Berlin (einer großen Halle) angekommen, wurde ich von der Verantwortlichen freundlich begrüßt und sie zeigte und erklärte mir die Arbeit vor Ort. Und ich konnte gleich mal anhand meines eigenen Schuhkartons das Gesagte in die Tat umsetzen. Im Lager gibt es Sortiertische, Tische an denen geklebt wird, viele Kartons mit sog. Zupackmaterial und noch mehr bereits fertig durchgesehene und reisefertige Schuhkartons.

 

Wenn ein LKW eine Lieferung aus einer Sammelstelle bringt, werden die Kartons durchgesehen, ob sich etwas darin befindet, was lt. einer sehr umfangreichen Liste, die auf jedem Sortiertisch befestigt ist, nicht in den Karton gehört. Diese Sachen werden dann aussortiert und gehen an karitative Einrichtungen. Ansonsten werden die Kartons der Spender unverändert wieder zusammengepackt und versandfertig gemacht.
 

 
Sortier- bzw. Packtische im Zentrallager in Berlin


Es soll auch Leute geben, die nur ein kleines Geschenk in den Karton packen. Solch ein Karton wird dann mit Zupackmaterial aufgefüllt. Es handelt sich hierbei z.B. um Spenden von Firmen und besteht aus allem, was man sich vorstellen kann: Kuscheltiere, Schals, Mützen, Handschuhe, Taschen, Schulmaterial (Hefte, Anspitzer, Bleistifte, Tipp-Ex…), Spielzeug aller Art, Papiertaschentüchern…

 
Zupackmaterial
 


Ist ein Karton vollständig und in Ordnung, wird ein Gummiband mit hineingepackt, damit das Kind den Karton nach der Übergabe wieder verschließen kann. Danach wird der Karton fest mit durchsichtigem Paketband verschlossen, das das Logo der Organisation „Samaritan´s Purse“ trägt.
 

ein fertiges Päckchen und ab damit auf´s Laufband zur Sortierung nach Geschlecht und Alter


Auf Paletten werden dann die Kartons nach Alter und Geschlecht der Kinder vorsortiert. Die jeweilige Palette wird in einen großen Karton gepackt. Dies dient zur besseren Übersicht bei der Verteilung. Auf dem großen Karton steht dann auch das Alter und Geschlecht der Kinder, für die der Inhalt bestimmt ist.

 
Paletten zum Sortieren der durchgesehenen Kartons

 

Wenn gerade keine Lieferung aus einer Sammelstelle eintrifft oder bereits alle Schuhkarton durchgesehen sind, werden aus dem Zupackmaterial neue Kartons zusammengestellt. Hierbei beginnt es wieder mit dem Bekleben eines Schuhkartons und im Anschluss wird der Inhalt zusammengestellt. Man merkt, dass die Helfer vor Ort gerne für die ältesten oder die ganz kleinen Kinder packen, weil sie wissen, dass für diese Altersgruppen immer am wenigsten Kartons bereitstehen. Es ist schon interessant zu beobachten, welche Gedanken man sich über so einen Schuhkarton für ein fremdes unbekanntes Kind macht. Da fallen schon mal Sätze wie: "Ich suche noch eine schöne Mütze für mein Mädchen." Der Karton soll ja eine bunte Mischung aus allen Sachen enthalten, für die Altersgruppe passend sein und dem Kind gefallen.

   

vom leeren Karton zum gefüllten Geschenkpacket dauert es etwa eine halbe Stunde


Mir hat es großen Spaß gemacht, im Zentrallager zu helfen und das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein. Eine kleine Weihnachtsfeier gab es nach Abschluss der gesamten Tätigkeiten auch noch. Zeitlich konnte ich jedoch nicht daran teilnehmen. Aufgrund der großen Helferzahl konnte das Zentrallager seine Pforten sogar früher schließen als angedacht.

Im Jahr 2011 kamen im deutschsprachigen Raum 494.901 Schuhkartons zusammen und gingen zu den Kindern auf die Reise. Die Kartons aus dem Berliner Zentrallager wurden nach Weißrußland geschickt.

Eine Liste mit Sachen, die für die Befüllung eines Schuhkartons erlaubt sind und mit Dingen, die nicht hineingehören, finden Sie in meinem Downloadcenter.

Und weil es mir in 2011 so viel Spaß gemacht hat mitzuhelfen, war ich auch 2012 und 2013 wieder im Zentrallager dabei.

(copyright aller Fotos auf dieser Seite: patenkinderinfo.de.tl)
 
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